Mit WattCycle LiFePO4-Batterie erweitert AT Lab eine Bluetti Powerstation

AT Lab erweitert Bluetti Powerstation mit WattCycle LiFePO4-Batterie

Lässt sich die Kapazität einer tragbaren Powerstation erweitern, ohne ein herstellerspezifisches Erweiterungsmodul zu kaufen?

Ein aktuelles Experiment des italienischen Elektronik-Creators AT Lab zeigt, dass dies durchaus möglich ist. Anstatt die Bluetti Elite 200 V2 selbst umzubauen oder ihre interne Batterie zu verändern, entwickelte er ein eigenständiges LiFePO4-Zusatzspeichersystem. Zum Einsatz kamen zwei WattCycle 12V 100Ah LiFePO4-Batterien, ein MPPT-Solarladeregler, ein LiFePO4-Ladegerät sowie verschiedene Messgeräte zur Überwachung des Systems.

Das Ergebnis ist ein unabhängiger Energiespeicher, der Solarstrom aufnehmen, während von Kapazitätstests zurückgewonnene Energie speichern und die Powerstation bei Bedarf wieder aufladen kann.

Gleichzeitig bietet dieses Konzept eine interessante Alternative zum Kauf einer deutlich größeren Powerstation mit 4 bis 5 kWh Kapazität. Statt dauerhaft zusätzliches Batteriegewicht mitzuführen, lässt sich der Energiespeicher nur dann erweitern, wenn tatsächlich mehr Laufzeit benötigt wird. Die ursprüngliche Powerstation bleibt dadurch kompakt und mobil.

Video auf YouTube ansehen: So lässt sich die Batteriekapazität jeder Powerstation erweitern – Bluetti Elite 200 V2
Originaltitel (Italienisch): COME AUMENTARE LA BATTERIA DI TUTTE LE POWER STATION – Estensione Bluetti Elite 200 V2

Hinweis: Die meisten Bilder, Schaltpläne und Inhalte dieses Beitrags basieren auf Screenshots aus dem Video von AT Lab.

Welche Komponenten verwendete AT Lab zur Erweiterung der Bluetti Elite 200 V2?

Im Gegensatz zu herstellerspezifischen Erweiterungsakkus, die ausschließlich mit bestimmten Modellen kompatibel sind, basiert das Projekt von AT Lab vollständig auf frei erhältlichen Standardkomponenten. Die interne Batterie der Bluetti Elite 200 V2 bleibt dabei unverändert. Sämtliche Bauteile arbeiten gemeinsam als unabhängiges Zusatzspeichersystem.

Der grundsätzliche Aufbau ist dabei überraschend einfach.

Komponente Funktion
Bluetti Elite 200 V2 Die im gesamten Experiment verwendete tragbare Powerstation.
2 × WattCycle 12V 100Ah LiFePO4-Batterien Bilden den Zusatzspeicher mit 12 V, 200 Ah und rund 2.560 Wh Speicherkapazität.
MPPT-Solarladeregler Lädt den WattCycle-Batteriespeicher über Solarmodule.
LiFePO4-Ladegerät Überträgt Energie zwischen der Bluetti Powerstation und dem Zusatzspeicher.
DC-Leistungsmessgerät Überwacht Spannung, Strom, Leistung und Energiefluss auf der Gleichstromseite.
AC-Leistungsmessgerät Misst die abgegebene Wechselstromleistung während der Kapazitätstests.
Solarmodul Versorgt den Zusatzspeicher mit erneuerbarer Energie.
Sicherungen und Verkabelung Verbinden die einzelnen Komponenten und schützen das Gesamtsystem.
Komponenten zum Erweitern der Bluetti Elite 200 V2

Wie funktioniert das Zusatzspeichersystem von AT Lab?

Anstatt die Bluetti Elite 200 V2 umzubauen, entwickelte AT Lab ein vollständig eigenständiges Zusatzspeichersystem auf Basis von zwei WattCycle 12V 100Ah LiFePO4-Batterien. Der Batteriespeicher bildet das Herzstück der gesamten Anlage und verbindet Solarladung, Ladegerät sowie Messgeräte zu einem unabhängigen Energiesystem. Die Bluetti Powerstation selbst bleibt dabei unverändert.

Die folgende Schaltung zeigt den Aufbau des Systems, das im Experiment verwendet wurde.

Schaltplan des Zusatzspeichersystems von AT Lab

Schritt 1: Aufbau eines unabhängigen LiFePO4-Zusatzspeichers

Den Mittelpunkt des Systems bildet ein 12V-200Ah-Batteriespeicher, der aus zwei parallel geschalteten WattCycle 12V 100Ah LiFePO4-Batterien besteht. An diesen Batteriespeicher werden der MPPT-Solarladeregler, das LiFePO4-Ladegerät sowie die DC- und AC-Messgeräte angeschlossen. Zusammen entsteht ein eigenständiges Energiespeichersystem.

Zwei WattCycle 12V 100Ah LiFePO4-Batterien

Im Gegensatz zu proprietären Erweiterungsakkus arbeitet dieser Batteriespeicher vollständig unabhängig von der Bluetti Elite 200 V2. Die Energie wird im WattCycle-Batteriesystem gespeichert und bei Bedarf über den vorhandenen Ladeeingang der Powerstation übertragen. Änderungen an der Bluetti selbst sind dafür nicht erforderlich.

Tipp: Werden mehrere LiFePO4-Batterien parallel geschaltet, sollten sie möglichst dieselbe Spannung besitzen und idealerweise vom gleichen Hersteller, mit identischer Kapazität sowie aus derselben Produktionscharge stammen. Das sorgt langfristig für ein gleichmäßigeres Lade- und Entladeverhalten.

Schritt 2: Energie speichern, übertragen und wiederverwenden

Nach dem Aufbau kann das System in zwei unterschiedlichen Szenarien eingesetzt werden.

Im normalen Betrieb laden die Solarmodule den WattCycle-Batteriespeicher über den MPPT-Solarladeregler auf. Benötigt die Bluetti Elite 200 V2 zusätzliche Laufzeit, wird die gespeicherte Energie über das LiFePO4-Ladegerät wieder an die Powerstation übertragen.

Während eines Kapazitätstests läuft der Energiefluss in die entgegengesetzte Richtung. Nachdem die Bluetti vollständig geladen wurde, entlädt AT Lab die Powerstation und speist die dabei abgegebene Energie zurück in den WattCycle-Batteriespeicher. Anstatt die Energie über eine herkömmliche Last zu verbrauchen, wird sie gespeichert und kann später erneut genutzt werden. Gleichzeitig erfassen die DC- und AC-Messgeräte sämtliche Lade- und Entladevorgänge, sodass sich die Energieflüsse exakt dokumentieren und vergleichen lassen.

Bluetti Powerstation mit WattCycle LiFePO4-Zusatzspeicher

Schritt 3: Der WattCycle-Batteriespeicher wird zur Energiezentrale

Der entscheidende Unterschied zu einem herkömmlichen Zusatzakku besteht darin, dass der WattCycle-Batteriespeicher mehrere Aufgaben gleichzeitig übernimmt. Er fungiert während des gesamten Betriebs als zentrale Energieeinheit und übernimmt unter anderem folgende Funktionen:

  • Speicherung des von den Solarmodulen erzeugten Stroms.
  • Versorgung der Bluetti Elite 200 V2 mit zusätzlicher Energie, sobald eine längere Laufzeit benötigt wird.
  • Rückgewinnung der während von Kapazitätstests abgegebenen Energie, damit diese nicht verloren geht.

Dadurch dient das System nicht lediglich als zusätzlicher Batteriespeicher. Es übernimmt gleichzeitig die Speicherung, den Energietransfer sowie die Wiederverwendung von Strom und verbindet Solarladung, Powerstation und Kapazitätstests zu einem geschlossenen Energiesystem – ganz ohne Eingriff in die Bluetti Powerstation.

Das Wichtigste auf einen Blick: Das Experiment von AT Lab zeigt, dass ein externes LiFePO4-Zusatzspeichersystem weit mehr leisten kann als eine einfache Laufzeitverlängerung. Wird der WattCycle-Batteriespeicher zum Mittelpunkt des Systems, lassen sich Solarstrom speichern, die Bluetti Powerstation bei Bedarf nachladen und selbst während Kapazitätstests Energie zurückgewinnen – ohne die Powerstation selbst umzubauen.

Warum entschied sich AT Lab für WattCycle LiFePO4-Batterien?

Das Ziel des Experiments von AT Lab war nicht, verschiedene Batteriemarken miteinander zu vergleichen. Dennoch passen die verwendeten WattCycle 12V 100Ah LiFePO4-Batterien sehr gut zu den Anforderungen eines solchen Zusatzspeichersystems. Vor allem drei Punkte sprechen für diese Lösung.

WattCycle 12V 100Ah Mini LiFePO4 Batterie mit Bluetooth

1. Mehr Speicherkapazität ohne eine neue Powerstation kaufen zu müssen

Anstatt die vorhandene Bluetti Elite 200 V2 durch ein größeres und schwereres Modell zu ersetzen, baute AT Lab einen eigenständigen Zusatzspeicher aus zwei WattCycle LiFePO4-Batterien auf. Dieses modulare Konzept erweitert die verfügbare Energiereserve nur dann, wenn sie tatsächlich benötigt wird. Gleichzeitig bleibt die ursprüngliche Powerstation leicht, kompakt und ideal für Camping, Wohnmobilreisen oder den mobilen Einsatz.

2. LiFePO4 eignet sich ideal für wiederholte Lade- und Entladezyklen

Ein Zusatzspeicher wird häufig tagsüber über Solarmodule geladen und gibt die gespeicherte Energie später wieder an die Powerstation ab. Genau für diese regelmäßigen Lade- und Entladevorgänge ist die LiFePO4-Technologie ausgelegt. Sie überzeugt durch eine hohe Zyklenfestigkeit, eine stabile Spannungslage sowie einen hohen Wirkungsgrad beim Laden und Entladen.

3. Integriertes BMS schützt das gesamte Speichersystem

Während des gesamten Experiments weist AT Lab mehrfach auf die Bedeutung eines zuverlässigen Batteriemanagementsystems hin. Die WattCycle LiFePO4-Batterien verfügen über ein integriertes BMS, das unter anderem vor Überladung, Tiefentladung, Überstrom und Kurzschluss schützt. Dadurch bildet die Batterie eine zuverlässige Grundlage für ein eigenständiges Energiespeichersystem.

Weitere Fragen und Antworten

Lässt sich jede Powerstation mit einem externen Zusatzspeicher erweitern?

Viele tragbare Powerstationen können über ihren AC- oder DC-Ladeeingang von einem externen Batteriesystem nachgeladen werden. Da sich Ladespannung, Eingangsstrom und Ladeverfahren je nach Hersteller unterscheiden, sollte die Kompatibilität vor dem Aufbau eines Zusatzspeichers jedoch immer geprüft werden.

Wird dabei die interne Batterie der Powerstation verändert?

Nein. Im Versuchsaufbau von AT Lab bleibt die interne Batterie der Bluetti Elite 200 V2 vollständig unangetastet. Der Energieaustausch erfolgt ausschließlich über die vorhandenen Ladeanschlüsse, sodass das originale Batteriemanagementsystem der Powerstation unverändert weiterarbeitet.

Warum wurden zwei 12V-100Ah-Batterien parallel geschaltet?

Durch die Parallelschaltung entstehen 12 Volt bei 200 Ah und damit rund 2.560 Wh Speicherkapazität. So lässt sich die verfügbare Energie deutlich erhöhen, ohne die Betriebsspannung des Systems zu verändern.

Kann stattdessen auch eine größere LiFePO4-Batterie verwendet werden?

Ja. AT Lab erklärt ebenfalls, dass beispielsweise eine einzelne 12V-200Ah-Batterie oder ein vergleichbares 24V-System denselben Zweck erfüllen kann, sofern Ladegerät und übrige Komponenten entsprechend ausgelegt sind.

Lässt sich der Zusatzspeicher auch mit Solarmodulen laden?

Ja. Im gezeigten Aufbau lädt das Solarmodul den WattCycle-Batteriespeicher über einen MPPT-Solarladeregler. Die gespeicherte Energie steht anschließend zur Verfügung, um die Powerstation wieder aufzuladen und den selbst erzeugten Solarstrom effizienter zu nutzen.

Ist dieses Konzept sinnvoller als der Kauf einer größeren Powerstation?

Das hängt vom jeweiligen Einsatzbereich ab. Wer dauerhaft möglichst viel Speicherkapazität benötigt, fährt mit einer größeren Powerstation meist einfacher. Wer jedoch bereits eine Powerstation besitzt und nur gelegentlich mehr Energie benötigt, erhält mit einem LiFePO4-Zusatzspeicher eine deutlich flexiblere Lösung. Die vorhandene Powerstation bleibt kompakt und mobil, während sich die Speicherkapazität bei Bedarf unkompliziert erweitern lässt.

Fazit

Das Experiment von AT Lab zeigt, dass sich die verfügbare Speicherkapazität einer Powerstation nicht zwangsläufig nur durch ein größeres Gerät erweitern lässt. Durch die Kombination einer Bluetti Elite 200 V2 mit einem unabhängigen WattCycle LiFePO4-Batteriespeicher konnte zusätzliche Energie gespeichert, zurückgewonnen und über die vorhandenen Ladeanschlüsse wieder genutzt werden – ganz ohne Eingriffe in die Powerstation selbst.

Wer das Potenzial seiner bestehenden Powerstation besser ausschöpfen möchte, findet in diesem modularen Konzept eine praktische Lösung. Ob zur Speicherung von Solarstrom, für längere Notstromversorgung, beim Camping oder im Wohnmobil – ein WattCycle LiFePO4-Batteriespeicher kann als flexibler Zusatzspeicher dienen und das vorhandene Energiesystem bedarfsgerecht erweitern, anstatt es komplett zu ersetzen.

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